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Stammzellbehandlung kann Hirntumoren verursachen

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BeitragVerfasst am: 27.02.2009, 10:53    Titel: Stammzellbehandlung kann Hirntumoren verursachen
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Bernd
Administrator


Anmeldedatum: 17.08.2007
Beiträge: 375

BeitragVerfasst am: 27.02.2009, 10:53    Titel: Stammzellbehandlung kann Hirntumoren verursachen

Stammzellbehandlung kann Hirntumoren verursachen
Böse Erwartungen erstmals bestätigt
Die Transplantation neuronaler Stammzellen gilt bei vielen neurologischen Erkrankungen als hoffnungsvoller Therapieansatz. Doch diese Erwartungen erhielten nun einen erheblichen Dämpfer: Erstmals konnte die Entstehung von Hirntumoren aus den implantierten Zellen nachgewiesen werden.
Eine israelische Forschergruppe berichtet erstmals über die Entwicklung von Hirntumoren aus transplantierten neuralen Stammzellen. "Diese Beobachtung ist ohne Zweifel ein Rückschlag für die Entwicklung zellbasierter Therapien mit neuralen Stammzellen zur Korrektur definierter genetischer Defekte", kommentiert Prof. Michael Weller von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).
Eine Forderung nach einem generellen Verzicht auf zellbasierte Therapien sei jedoch nicht gerechtfertigt, meint Weller. Vielmehr zeige die Studie, wie wichtig internationale Standardisierungen und Optimierungen dieser Therapieform sind.
Neunjähriger wegen Ataxia telangiectasia behandelt
Im vorliegenden Fall war ein damals neunjähriger Junge mit Ataxia telangiectasia seit Mai 2001 in Moskau mehrmals mit neuralen Stammzellen behandelten worden. Bei der Ataxia telangiectasia handelt es sich um eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die durch ein progredientes zerebelläres Syndrom, meist eine begleitende Immunschwäche und ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Tumorerkrankungen gekennzeichnet ist. Ursache der Erkrankung ist eine homozygote Mutation des ATM-Gens auf dem Chromosomenabschnitt 11q22-23. Der Gendefekt führt unter anderem. zu Störungen der DNA-Reparatur und der Zellzykluskontrolle.
Stammzellen: Viele Fakoren noch unbekannt
Neurale Stammzellen, die im Rahmen von Aborten aus menschlichen Feten gewonnen werden, gelten nicht nur als potenziell für die Korrektur vererbter Erkrankungen geeignet, sondern auch als therapeutische Alternative bei häufigen neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose. Als wesentliches Risiko solcher Therapieansätze gilt die Entwicklung von Tumoren aus den transplantierten Stammzellen, deren biologisches Entwicklungspotenzial schwer vorhersagbar und noch unzureichend verstanden ist.
Die Krankengeschichte des jungen Patienten belege nun endgültig, dass diese Sorgen berechtigt sind, stellt die DGN in einer Stellungnahme fest. Vier Jahre nach Beginn der Injektion neuraler Stammzellen in Gehirn und Liquorraum zeigten sich mehrere, langsam wachsende Tumoren.
Herkunft des Tumors eindeutig belegt
Ein operativ entfernter Tumor entsprach am ehesten einem glioneuralen Tumor. Dass das Tumorgewebe des betroffenen Patienten von den transplantierten Zellen, sogar mindestens von zwei "Spendern" abstammte, wurde durch molekularbiologische Methoden zweifelsfrei belegt: Es fanden sich sowohl männliche als auch weibliche Zellen in dem Tumor, und die Tumorzellen trugen nicht den Gendefekt der Ataxia telangiectasia. Die relative Immunschwäche vieler Patienten mit dieser Erkrankung mag die Tumorentstehung begünstigt haben.

DGN / fs / Quelle: PLoS Med (doi:10.1371/journal.pmed.1000029)
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